Akupunkt-Massage nach Willy Penzel

Als medizinischer Laie, stand Willy Penzel vor dem Problem, dass seine junge Frau mit einer lebensbedrohenden Lebererkrankung als austherapiert nach Hause entlassen wurde. In der Hoffnung, seiner Frau zumindest Linderung verschaffen zu können, machte er sich auf die Suche nach Alternativen. Damals in den 1950er Jahren wusste die westliche Welt noch nicht viel über Akupunktur, geschweige denn über die chinesische Medizin überhaupt. Lediglich im europäischen Ausland wurde er diesbezüglich fündig und lernte die Akupunktur kennen, nachdem er seiner Frau schon Erleichterung durch Massagen geben konnte. Er ließ sich zum Masseur ausbilden und machte aus der Not, nämlich dass Masseure nicht nadeln dürfen, eine Tugend und entwickelte die Akupunkt-Massage (APM). Der Begriff ist etwas unglücklich gewählt, da eine Massage, wie wir sie normalerweise kennen hier nicht stattfindet. Stattdessen werden mit einem Stäbchen die Meridiane (Energieleitbahnen) unseres Körpers in Energieflussrichtung gereizt. Der Therapeut führt das Stäbchen mit sanftem Druck im Verlaufe der Meridiane über die Haut. Mit der Stäbchenspitze werden auch die nötigen Akupunkturpunkte aktiviert. Das Ziel ist, dass unsere körpereigene Energie wieder gut fließen kann, vergleichbar unserem Blutfluss, und evtl. Stauungen beseitigt werden. Nach dem Verständnis der chinesischen Medizin ist lokale Über- oder Unterversorgung mit Energie, mit ein Verursacher von Krankheiten. Da der Stäbchenreiz Energie zuführend wirkt, ist es durchaus nicht selten, dass der Therapeut gar nicht an den Körperstellen arbeitet, an denen die Beschwerden bestehen, was oft zu Irritationen seitens des Patienten führt. In diesem Fall hat der Therapeut zuvor bei der Befundung festgestellt, dass an dem Ort des Geschehens zuviel Energie ist, die abgeleitet werden muss. So ist es dann zu erklären, warum z.B der Stäbchenzug. bei Rückenschmerzen durchaus auch auf der Körpervorderseite vorgenommen wird. Oder bei Schmerzen im Knie vielleicht am gegenüber liegenden Arm gearbeitet wird. Je nach Schwere der Beschwerden kommt der Patient zunächst ein- bis mehrmals wöchentlich zur Behandlung. Wenn sich dann das Befinden verbessert, wird der zeitliche Behandlungsabstand immer mehr vergrößert, bis man schließlich im Zustand der "Gesundheitspflege" angekommen ist. D.h., dass es dann zu empfehlen ist, etwa alle 6 Monate 1x zur Akupunkt-Massage zugehen, damit sich etwaige kleine Energieflussstörungen nicht zu einem größeren Problem auswachsen können. Abgesehen von dem wunderbaren therapeutischen Effekt der Akupunkt-Massage, ist diese Therapie auch sehr angenehm und entspannend für den Patienten. Die Indikationen entsprechen weitgehend denen der Nadelakupunktur gemäß der Liste der WHO: alle Arten von Problemen im Bewegungsapparat, als auch der inneren Organe und der vegetativen Ebene, d.h. es findet insgesamt eine Harmonisierung aller Körperfunktionen statt.

Darüber hinaus ist die APM auch hervorragend für die Behandlung von ( größeren) Tieren geeignet. Tiere sind meistens, nach evtl. anfänglichen Berührungsschwierigkeiten, ganz begeistert von der APM, was deutlich an ihrer Entspannung durch die Behandlung zu merken ist. Die Indikationsliste ist hier vergleichbar der "Menschen-APM". Um auf Frau Penzel zurück zu kommen: sie ist unter der guten Pflege der APM genesen und hat ihren Mann letztlich noch um Jahre überlebt.