Karl Baunscheidt (1809-1873) entdeckte dieses nach ihm benannte Verfahren durch einen Zufall, als sich eine Linderung seiner geschwollenen Handgelenke durch Mückenstiche einstellte. Seine Beobachtung veranlasste ihn dazu, solche Stiche nachzuahmen, um einen Heilungserfolg zu erzielen. Er konstruierte ein Gerät, den „Lebenswecker“: Ein Federmechanismus schließt ein Feld feiner Stahlnadeln in die
oberen Hautschichten. Anschließend wird ein hautreizendes Öl auf die so behandelten Hautpartien aufgetragen. Die Auswahl des Öls richtet sich nach der Diagnose. Durch diese Reizung wird eine verstärkte Ausscheidung von Abfallprodukten des Körpers erreicht, sowie eine Anregung der inneren Organe über die → Reflexzonen der Haut.
Biochemie n. Dr. Schüßler
Der Homöopath und Arzt Dr. Wilhelm Schüßler, 1821 in Bad Zwischenahn geboren, entwickelte diese Therapieform, die er anfangs „Abgekürzte Homöopathie“ nannte. Zu seiner Zeit war schon eine große Zahl homöopathischer Mittel bekannt. Nach langen Studien der Körperchemie isolierte Schüßler zwölf Mineralsalze, die für das Funktionieren einer gesunden Zelle unverzichtbar seien. Er ging davon aus, dass Ursache aller Krankheit in einer fehlerhaften Menge der einzelnen Stoffe zu finden ist.